Die Hände eines Löwen


© Fabio Fin

Die Hände eines Löwen – die Geschichte von Matteo

Es gibt Geschichten, die auch mit Fotos erzählt werden können, und dann gibt es welche, für die Bilder allein nicht ausreichen. Die Geschichte von Matteo ist ein Teil davon.

© Fabio Fin

Matteo ist ein 23-jähriger Junge aus Turin, der klettert. Soweit nichts Besonderes.
Aber nein!
Die Besonderheit ist da und liegt im Verb „er ist“. Tatsächlich sollte nicht immer alles als selbstverständlich angesehen werden, und so seltsam es auch erscheinen mag, die verbale Zeit ist sehr wichtig.

 

 

Matteo bekam im Alter von 6 Jahren die Diagnose Hirntumor. Nachdem er vom Zentrum für Onko-Hämatologie und Neurochirurgie des Regina Margherita Krankenhauses in Turin betreut wurde und jahrelang Zyklen der Chemo- und Radiotherapie sowie mehrere chirurgische Eingriffe durchgeführt wurden, scheint sein Leben bereits den Weg einer traurigen Krankenhausroutine eingeschlagen zu haben.
Es sieht so aus!

© Fabio Fin

Vor einigen Jahren dann der Rückschlag, die Krankheit tritt noch schlimmer auf und riskiert, die Oberhand über das Leben von Matteo zu gewinnen. Eine letzte, verzweifelte Operation scheint die einzige Hoffnung zu sein, und glücklicherweise verdrängt diese Operation ein Schicksal, das jetzt geprägt schien. In einem scheinbar glücklichen Ende gibt meist auch ein aber …, und das postoperative Urteil war in der Tat sehr hart: „Hemiparese (halbseitige Lähmung) auf der linken Körperseite und wahrscheinlich kann Matteo nicht einmal mehr laufen“.

© Fabio Fin

So begann ein neuer Kampf: Die Kampfstätte diesmal ist das der physischen Rehabilitation. Nach einer Zeit der Physiotherapie beginnt Matteo mit dem Sportklettern und hofft, das körperliche Gleichgewicht wiederherzustellen und die Muskeln zu stärken. Wenn man an dieser Stelle das Happy End erwartet, könnte man meinen. In Wirklichkeit kann das Wort „Ende“ noch nicht definitiv geschrieben werden, aber heute klettert Matteo dank der großen Hilfe seiner Trainer Simone Fedrigo und Gabriele Natale selbstständig und stellt sich seit Ende 2018 einer neuen persönlichen Herausforderung: dem Wettkampf im italienischen Para climbing Team.

Beitrag von Fabio Fin – Photographer

Wir wünschen Matteo alles erdenklich Gute auf seinem harten und bewundernswerten Weg !

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