ANNA STÖHR klettert Ali Baba 8a+(250 m) in Aiglun + Galerie


Der Salewa Athletin Anna Stöhr und ihrem Freund Kilian Fischhuber gelingt im September 2019 die Ground-up Begehung der Route ALI BABA (8a+/250 m) in Aiglun/FR. Die Route ist gespikt mit 5-6 Seillängen im 8ten Franzosen Grad, was insbesondere an die Ausdauer eine hohe Anforderung stellt.

Route Facts:

Erstbegehung: P. Mussatto & B. Peyronnaud 2004
Länge: 8 Seillängen/ 250 Meter
Schwierigkeiten:
Länge 1: 8a
Länge 2: 7c+/8a
Länge 3: 7b+ 
Länge 4: 8a 
Länge 5 : 8a/+
Länge 6: 8a+
Länge 7: 8a/+
Länge 8: 7b+

Lest hier ein paar persönliche Gedanken von Anna:

Für mich ist Ali Baba etwas ganz Besonderes, denn diese Route zu klettern war eine große Herausforderung. Ich habe noch nie eine so harte Mehrseillängen Route gemacht. Als ich ALI BABA im April zum ersten Mal ausprobierte, hatte ich Angst vor der Steilheit, der Höhe und sogar den Abständen zwischen den Bolts (obwohl gut gesichert). Ich weiß, dass es bei weitem nicht die härteste Multipitch Route der Welt ist, aber für mich war es eine spezielle Challenge.

Warum ich nicht aufgegeben habe trotz der Ängste? Ich wollte wissen, ob ich mich auf das Klettern konzentrieren und mich trotz der Belastung souverän in der Wand bewegen kann, so wie ich es eigentlich gewohnt bin. Ich war neugierig, ob ich genug Ausdauer für 8 Seillängen an einem Tag haben würde. Und ich war fassungslos von der Schönheit jeder einzelnen Länge und wollte die Route einfach Klettern. Ich wollte mich noch einmal testen.

Beim Versuch die Sequenzen zu entschlüsseln glaubte ich nicht ganz, dass es mir möglich sein würde, diese Route zu klettern – noch dazu in einem Tag. Dieses Gefühl änderte sich, als ich es tatsächlich versuchte. Die vorangegangene Angst vor der Höhe und der Steilheit war vergessen. Ich konnte mich auf die Bewegungen konzentrieren, die sich großartig anfühlten. Bei meinem ersten Versuch kletterte ich bis zur 5ten Seillänge, wo ich an der oberen Schlüsselstelle fiel und deshalb nochmal neu starten musste. In der 6ten Seillänge wurde mir klar, dass ich mir die Züge nicht gut genug eingeprägt hatte. Deshalb versuchte ich mich für den folgenden Versuch an jedes einzelne Detail in den Seillängen 6 und 7 zu erinnern.

Am 18. September, bei meinem 2ten Versuch, stürzte ich bereits in der 2ten Seillänge. Ich versuchte einen kühlen Kopf zu bewahren. Als ich am Ende der 6ten Seillänge nochmal stürzte wusste ich, dass ich mich bei meinem nächsten Versuch extrem anstrengen musste. Das Wetter sollte bis 17 Uhr schlecht werden. Der Druck war hoch. Als ich ganz am Ende der 7ten Seillänge wieder stürzte, wollte ich fast aufgeben.

Kilian überzeugte mich, eine 1,5-stündige Pause einzulegen und es noch einmal zu versuchen. Das Wetter hat sich irgendwie verbessert. Als ich meine Schuhe wieder angezogen hatte, wusste ich, dass ich alles geben musste, um eine Chance zu haben. Irgendwie war ich fokussiert und konzentrieret. Ich habe nicht an Erfolg, Misserfolg oder etwas anderes gedacht und kletterte einfach bis zu den Umlenkern. Es dauerte 10 Stunden um die Route zu durchsteigen, aber einmal oben angekommen, konnte ich nicht aufhören zu lächeln.

Und hier gibt’s noch eine Galerie

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