MAD IN MADAGASCAR – Climbing with Sean Villanueva und Siebe Vanhee


 

Im August 2015 starteten Siebe Vanhee und Sean Villanueva zu einem Abenteuer im Tsaranoro-Massiv auf der Insel Madagaskar vor der Südostküste Afrikas. Dort angekommen, entdeckten sie eine gewaltige, noch nicht gekletterte Linie am Tsaranoro Atsimo. Bewaffnet mit einem Akku Bohrer, Cliff Hangers und jeder Menge Tatendrang starteten sie in das Abenteuer.

Lest hier Seans Geschichte: „Fire in the Belly“

Das war ganz anders als bei anderen Erstbegehungen, da wir normalerweise nie eine Bohrmaschine mitbringen und sehr selten einen Bolt setzen. Aber diese Wände sind so glatt und ohne Risse und andere Möglichkeiten für Sicherungsmöglichkeiten. Der Aufstieg in diesen unbekannten, vertikalen Ozean aus Granit war sehr aufregend und stellte eine große Herausforderung dar.

Was tun wir hier ? Was haben wir uns dabei gedacht ? War es arrogant von uns, in diese steile, abweisende Wand einzusteigen ? Die Chancen, dass diese Linie frei kletterbar wird waren ziemlich gering. War es die Ästhetik eines so glatten und steilen Felsens, die uns hineingezogen hatte? Warum haben wir uns nicht dafür entschieden, offensichtlicheren Linien und Strukturen zu folgen, die mit größerer Wahrscheinlichkeit frei kletterbar sein würden ?

Wir kämpften uns abwechselnd nach oben und bauten das Puzzle aus Mikro-Leisten und scharfen Kristallen zusammen. Wir kämpften hart, nahmen Sturz für Sturz in Kauf und kehrten wie Besessene immer wieder ins Unbekannte zurück. Wir waren ständig auf der Suche nach einer Leiste oder einem kleinen Vorsprung, der gut genug ist, um einen Cliff zu platzieren, in der Hoffnung dass er hält, während wir den Bohrer hochziehen, um einen Bolt zu platzieren.

Nach sechs Tagen an der Wand, vielen Schmerzen, Zögern und Zweifeln haben wir uns irgendwie auf den Weg zum Gipfel des Tsaranoro Atsimo gekämpft. Wir standen euphorisch am Gipfel, zufrieden und mit einem Lächeln, das uns nicht aus dem Gesicht zu wischen war. Wir hatten gerade eine großartige King Line eröffnet! Aber es hatte so viel Mühe gekostet, und die Kletterei war so schwierig, dass es wenig Hoffnung gab, dass wir die Route jemals frei klettern können …..

Trotz der schlechten Aussichten beschlossen wir, noch einmal richtig zu pushen und wir kehrten zurück. Zu unserer Überraschung schafften wir es nach dreitägiger Anstrengung in der Wand die Linie frei zu klettern. Mit 8a+ bewertet, haben wir die Route „Fire in the Belly“ genannt (5c, 6c, 7b+, 6b+, 6b+, 6c, 7c, 8a+, 6b, 7a, 8a++, 7b). Es ist eine tolle Linie und selbst die einfacheren Seillängen sind anspruchsvoll. Sean Villanueva

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