NO BETTER WOOD

Text: Flo Scheimpflug

Die kleine Griffmanufaktur HANDFEST aus Kuchl baut die nachhaltigsten Klettergriffe weit und breit. Unverwechselbar schön sind sie obendrein. 

In Kletterhallen sieht man sie immer öfter – Klettergriffe aus Holz. Ein wenig Natur inmitten all des Kunststoffs tut nicht nur  dem Auge gut. Wer auf Holz klettert, spart auch Haut und muss wegen der glatteren Oberfläche außerdem fester zupacken. Länger klettern können und dabei schwerer klettern zu müssen, das ist so ziemlich die ideale Kombination um Power aufzubauen.  

Das Holz gut ist, wusste schon Ben Moon, als er in den späten 80ern im legendären Trainingsraum in Sheffield, „The School“ , den Prototypen des Moonboards baute und dank diesem am Raven Tor die legendäre Hubble (9a) herbügelte. Hat damals funktioniert, funktioniert auch heute noch, dachten sich die Griffeshaper. 30 Jahre später feiern Holzgriffe ein Revival in den Kletterhallen. Etliche Firmen – Beastmaker, Moon, Metolious, Woodgrips uva. – fräsen, bis die CNCs rauchen. 

Holz ist nicht gleich Holz 

Anstelle von PU oder Epoxy hat man nun ein echtes Naturprodukt unter den Fingern. Ist doch toll, oder? „Naja“, sagt Felix Reiner, „weil Holz ist ja nicht gleich Holz“. 

Warum das so ist, erklärt der gelernte Tischler und soon-to-be Absolvent der FH für Holztechnologie in Kuchl so:

Viele, in Europa produzierten Klettergriffe werden „aus amerikanischem Tulipwood hergestellt“. Der transatlantische Transport sorgt dafür, dass sich der Nachhaltigkeitseffekt, den Holz ja eigentlich hätte, somit selbst aufhebt. „Was bleibt, ist der ökologische Fußabdruck, denn man doch vermeiden wollte.“ 

Griffe aus zusammengeklebten Mehrschichtplatten zu fräsen ist, selbst wenn diese aus europäischer Produktion sind, auch keine ökologisch sinnvolle Alternative. Erstens müssen diese Platten verklebt werden und zweitens produziert der CNC-Fräsprozess eine Unmenge an Ausschussmaterial. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luft nach oben

Bei der Herstellung von Holzgriffen gibt es also noch Luft nach oben. Genau diesen Luftraum möchten Felix Rainer und seine kongeniale Partnerin Sophia Ostler mit ihrer Griffmanufaktur HANDFEST erobern. 

Verarbeitet wird ausschließlich Holz aus heimischen Wäldern also Buche, Birne und Erle. Geschnitten werden die Griffe manuell auf der Formatkreissäge und sind so wirklich zu 100% Handarbeit. Logisch, dass das ein wenig komplizierter ist, als einfach einen Knopf zu drücken und ein Schnittprogramm ablaufen zu lassen. 

Viel langsamer ist die Produktion eines Klettergriffs aber nicht. Das liegt vor allem daran, dass der Felix die Säge beherrscht wie Herbert von Karajan seinen Taktstock. Ein Schnitt hier, eine neuer Winkel da, das Ganze im Zeitraffer – und ein neues Teil ist fertig. Am Bandschleifer wird noch schnell rund gemacht was gerade eben noch eckig war, und schon liegt ein neuer HANDFEST-Griff da. Fertig, um an die Wand geschraubt zu werden.

Dass es sich hier nicht nur um Holzgriffe sondern um handgefertigte Einzelstücke handelt, merkt man gleich. HANDFEST-Griffe sind einfach edel, die Königsklasse am Holzgriff-Sektor. Sie greifen sich geschmeidg an und riechen tun sie auch noch gut. Echtes Holz eben. 

Kurz zögert man, denn eigentlich sind die HANDFEST-Griffe fast zu schön, um sie an die Wand zu schrauben. Dann tut man´s aber doch. Schließlich sind sie genau dafür gemacht.

https://www.handfest-holds.com 

https://www.instagram.com/hand.fest/?hl=de 

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