DAV-Expedkader beendet Abschlussexpedition erfolgreich


Exped kader in grönland
@Thomas März/www.bergundbild.de

Der DAV-Expeditionskader der Männer ist gesund und erfolgreich von seiner Abschlussexpedition aus Grönland zurückgekehrt. Vom 29. Juni bis zum 27. Juli waren die jungen Alpinisten zum Klettern in einem bisher kaum erschlossenen Areal des Tasermiut Fjords im Süden der größten Insel der Welt.

Erfolgreicher Abschluss des DAV-Expedkaders in Grönland

Das fünfköpfige Team um Trainer Christoph Gotschke kommt nicht mit leeren Händen zurück: Drei äußerst schwierige Erstbegehungen, zwei anspruchsvolle Wiederholungen von bestehenden Touren und viele eindrucksvolle Erfahrungen sind im Gepäck. Damit findet der aktuelle Kader einen positiven Abschluss nach einer schwierigen und emotionalen Laufzeit.

Expedkader agiert autark in fast unberührtem Gebiet

Quelle: DAV

“Kommt lebend zurück, kommt als Freunde zurück, kommt mit Erfolgen zurück”, getreu dieser englischen Alpinistenregel ist der DAV Expeditionskader der Herren Ende vergangener Woche von seiner Abschlussexpedition in Grönland zurückgekehrt. Am 26. Juni war das Team um Trainer Christoph Gotschke in einen bisher kaum erschlossenen Teil des Tasermiut Fjordes an der Südspitze der größten Insel der Welt gereist. Als Teilnehmer waren dabei: Fabian Hagenauer (DAV Rosenheim), Thomas März (DAV Burghausen) und Korbinian Grünauer (DAV Garmisch-Partenkirchen) – die beiden weiteren Kadermitglieder Hermann Böttcher (DAV München-Oberland) und Florian Storkenmaier (DAV Wangen-Allgäu) mussten die Unternehmung kurzfristig vor der Abreise aus persönlichen Gründen absagen. Begleitet wurde der Kader zudem von Expeditionsarzt Dr. med. Bernhard Bliemsrieder.

Knapp vier Wochen hatte das junge Team aus ambitionierten Alpinisten Zeit, sich kletternd an den zum Teil noch unberührten 400-1200 Meter hohen Granitwänden der Arktis zu versuchen. Das Ziel: Alpine Erstbegehungen und anspruchsvoller Freiklettergenuss. Nicht nur die Routen, auch das Ziel selbst ist neu: Erstmals in der Kadergeschichte lag das Ziel einer Expedition im Hohen Norden – wegen fehlender Erfahrungen und kaum vorhandener Infrastruktur eine besondere Herausforderung. Dabei ist die Logistik einer derartigen Expedition überaus komplex: 800 KilogrammGepäck für ein fünfköpfiges Team sind nichts Ungewöhnliches. In der Regel unterstützen deshalb Agenturen, zusätzliche Träger oder ein Küchenteam solche Expeditionen. Der DAV-Kader entschied sich jedoch, autark zu agieren, also ohne externe Unterstützung. Die nächste Besonderheit in fast unberührtem Gebiet: Der Zugang zu den möglichen Kletterzielen und die Finessen des Geländes sind selbst mit gründlichster Recherche nicht immer im Detail planbar.

Gemeinsam an der Aufgabe gewachsen

Der Expedkader der Herren kehrt mit einem positiven Fazit von seiner Abschlussexpedition zurück – und mit handfesten Erfolgen: Drei schwierige Erstbegehungen bis zum oberen 9. Kletterschwierigkeitsgrad, zwei Wiederholungenbestehender, äußerst anspruchsvoller alpiner Touren und jede Menge kostbarer Erfahrungen sind die Belohnung für vier Expeditionswochen und drei Jahre akribischer Vorbereitung.

Das Fazit von Christoph Gotschke: “Eine sehr gute Zeit mit tollen alpinen Erfolgen ist zu Ende gegangen. Wir haben unglaublich viel erlebt, gelernt und sind an manchen Tagen über uns hinausgewachsen. Die alpine Entdeckerfreude und die geschafften Klettereien sind der messbare Erfolg der Abschlussexpedition des Teams. Genauso eindrücklich und wertvoll war aber für die Jungs das Teamwork im Basislager und das gemeinsame Wachsen an der Aufgabe. Denn auch wenn die Höhe hier keine Rolle spielte, war angesichts der Isolation, der Eigenständigkeit und der wilden Lage doch jedem sehr bewusst, dass gutes Zusammenarbeiten und Aufeinander-Achtender Schlüssel zu einer genialen Zeit mit erfolgreichem Abschluss waren.”

Die Erfolge auf einen Blick

Erstbegehungen

Tinniertuup IV: “For our gone friends”, 1000m, VI

Unbenanntes Seacliff beim Basislager: “Der alte Mann, der junge Mann und das Meer”, 500m, VIII

Unbenanntes Seacliff beim Basislager: “GG-22-02”, 500m, IX+

Wiederholungen

Hermellnberg: “Nordostgrat”, 900 m, VII+

Tinniertuup II: “Scorpion Groove”, 800 m, E3 5c (VIII-)

Außerdem gab es Erkundungstouren und Besteigungen einiger Gipfel der Umgebung

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