DCD Climbing – Perspektiven künstlicher Kletteranlagen


DCD Climbing – Perspektiven künstlicher Kletteranlagen

Die ersten Kletteranlagen in den frühen 90er Jahren wurden vor allem zum Training für das eigentliche Felsklettern genutzt. Mittlerweile hat sich das Klettern auf künstlichen Kletteranlagen in den Disziplinen Seilkletten und Bouldern als jeweils eigene Sportart etabliert.

Im selben Maß haben sich zugehörige Infrastruktur und Sportstätten entwickelt. Heute sind die urbane Boulderhalle oder die moderne Seilkletteranlage sehr spezielle Bauwerke und erfordern in der Realisierung ein enges Zusammenspiel von Betreibern, Planern, Behörden und Fachfirmen.

Ein ganzheitliches Leistungsportfolio bietet hier das Niederösterreichische Unternehmen DCD Climbing. Mit seinen Sparten Bauplanung und Kletterwandbau hat es das notwendige Know-how um Kletterhallenprojekte aus einer Hand abzuwickeln.

Für die Bauherren ist das ein Riesenvorteil, denn zum einen vereinfacht es die Projektkoordination, zum anderen erleichtert es die Kommunikation, besonders, wenn die Fachplaner ein Verständnis für den Klettersport mitbringen.

Kletterhalle Linz Urfahr

DCD Climbing, die Fortführung eines traditionsreichen Bauunternehmens, hat seinen Firmensitz in Waidhofen an der Ybbs. Das kommt nicht von ganz ungefähr, denn Waidhofen hat seit eh und je eine aktive Kletterszene. Hier entstand der legendäre „Silo“- eine der ersten Boulderanlagen Österreichs, 

eine 5m hohe überhängende Wand aus Schaltafeln mit Schnitzelgrube, Ausgangspunkt für viele erfolgreiche Kletterkarrieren. Als prominentester Exponent ist hier natürlich Kilian Fischuber zu nennen.

DCD Climbing war ursprünglich als Fach- und Tragwerksplaner im Kletterwandbau tätig. 2008 erweiterte sich das Unternehmen und begann selbst mit dem Bau von Kletteranlagen. Es wurde eine eigene Produktion aufgebaut, wo die Kletterpaneele per CNC zugeschnitten und beschichtet werden. Qualifizierte Facharbeiter und Tischlermeister aus dem Mostviertel – allesamt höhentauglich – bilden das Montageteam rundum DCD.

   

2011 wurde das Produktportfolio mit einer eigenen Griffmarke “holyholds“ vervollständigt. Professionelle Bildhauer mit Bezug zum Klettersport shapen Griffe und Volumen. So lassen sich individuelle Griffformen umsetzten, wie zum Beispiel das “Set BWC limited Edition“ für den Boulderweltcup 2012 in Wien.

DCD Climbing realisiert künstliche Kletteranlagen aller Art und kann dabei auf seine komplementären Fachgebiete im engineering Bereich zurückgreifen. Gerade Architekten und Bauherren schätzen das interdisziplinäre Knowhow von DCD, besonders wenn es um Fragen in Statik, Bauphysik, Arbeitssicherheit oder Baurecht geht. 

Ein Blick auf die Projektliste spiegelt die Vielseitigkeit des Unternehmens wider – hier finden sich von der Kinderboulderwand über die mobile Wettkampfwand bis zum Kletterzentrum anspruchsvolle und anregende Referenzen.

Kletterhalle Linz Urfahr

Aus der Reihe der DCD Schulkletterwände fällt hier die Kletteranlage in der Mittelschule Egg mitten im Bregenzerwald als zukunftsweisendes Beispiel auf. Das Projekt ist in mehrfacher Sicht bemerkenswert. Zum einen wurde der gesamte Schulneubau einschließlich Kletterwand als Green Building realisiert. Es wurden ausschließlich ökologische unbedenkliche und nachhaltige Baustoffe verwendet. Zum anderen wurde die Kletteranlage nicht wie üblich im Turnsaal integriert, sondern als kleine aber feine Kletterhalle mit Boulder- und Seilkletterbereich innerhalb des Schulgebäudes errichtet. Die über 500m² große Kletterfläche kann somit rund um die Uhr genutzt werden – ideale Bedingungen zur Förderung des Klettersports.

Eine andere Entwicklung ist Bouldern im öffentlichen Raum – mittlerweile beliebter Trend- und Jugendsport. Verstärkt versuchen Kommunen hier entsprechende Angebote zu schaffen. So hat die Stadt Wien gemeinsam mit den Naturfreunden am Bruno-Pittermann-Platz direkt auf der U-Bahn-Abdeckung die Errichtung eines Boulderparcours initiiert. Die 3 Boulderblöcke entspringen der Idee des “urban bouldering“, und wurden von DCD Climbing als Skulpturen entworfen und technisch entwickelt. Die Blöcke wurden witterungsbeständig und vandalensicher aus Betonfertigelementen hergestellt.   

Ein weiters Projekt, das sich speziell aus den städtischen Standortbedingungen entwickelt hat, ist die Kletterhalle Linz Urfahr des Alpenvereins. Das dreieckige Grundstück im Zwickel zwischen Autobahnbrücke der A7 und eines Hochwasserschutzgrabens, gaben der 15m hohen Kletterhalle die charakteristische prismatische Gebäudeform und die spannende Dynamik im Innenraum. Die Seilkletterbereiche entfalten sich auf 3 Ebenen mit unterschiedlichen Kletterhöhen, und ermöglichen damit ein differenziertes Angebot für Kinder, Anfänger und Kurse. Kletterhalle, Servicegebäude und angrenzende Tennishalle bilden einen attraktiven Freibereich mit mittigem Kletterturm und Boulderbereich. 

DCD Climbing hat das Projekt als Generalplaner abgewickelt – vom konzeptionellen Entwurf, über die baubehördliche Genehmigung, bis zur bautechnischen Ausführungsplanung. Ebenso wurde die Bauausführung begleitet und für qualitative Ausführung sowie für Kostensicherheit gesorgt.

In den letzten Jahren lässt sich ein wachsender Trend zur urbanen Boulderhalle beobachten. Österreichs führender Boulderhallen – Betreiber ist die Boulderbar GmbH. Ihr Konzept – die Verbindung von Boulderhalle und sozialem Treffpunkt als Bar – hat sich als funktionierendes Geschäftsmodell erwiesen, und kommt ohne öffentliche Förderungen aus. 

Die Boulderbars sind helle, saubere und sichere Sportstätten und haben das Indoor Bouldern vom dunklen, verstaubten Image befreit. Die Besucher schätzen das herausragende Service, sowohl im laufend neuen Routenangebot, als auch an der stimmigen Bar.

Boulderbar setzt auf Corporate Design und legt Wert auf ansprechendes Ambiente und Raumklima. DCD Climbing ist hier Kooperationspartner und entwickelt gemeinsam mit Bauherrn und Architekten die einzelnen Bauobjekte. Der Planungsprozess wird im regen Austausch als Team gelebt. Dabei geht es um die optimale Abstimmung von Raumkonzept, Materialität, Farben, Beleuchtung und Akustik, um ein adäquates Raumerlebnis zu erzielen.

Die Boulderanlage wird als offenes Raumgefüge mit abwechslungsreichen Sequenzen entworfen, und soll den Besucher anregen die künstliche Landschaft zu entdecken. Die Form der eigentlichen Boulderwände wird in mehreren Phasen mittels 3D – Modellen mit den Routensetzern optimiert.

Der Zusammenbau der Kletterwände verlangt ein erfahrenes und versiertes Montageteam, wie zuletzt in der Boulderbar Hauptbahnhof, wo das Gebäude einer leichten Kurve folgt, und die Boulderanlage eine über 60m lange komplexe raumgreifende Geometrie über 2 Geschoße bildet. Vom Kletterwandbauer wird hier nicht nur umfassendes handwerkliches Können in den klassischen Baugewerken verlangt, sondern auch sicheres Arbeiten in der Höhe.

Boulderbar GmbH projektiert bereits einen weiteren Standort in der Seestadt Aspern, dem größten Stadtentwicklungsgebiet Wiens, und wird im Sommer 2021 in Betrieb gehen. Die Boulderanlage wird nicht wie üblich hallenartig konzipiert, sondern dehnt sich über drei Geschoße mit zentralem Atrium aus. Das Nutzungskonzept sieht vor, neues Publikum für den Klettersport zu begeistern. Dabei wird der Schwerpunkt auf junge Familien mit Kindern und Jugendliche gelegt. DCD Climbing ist gerade dabei das formulierte Anforderungsprofil in konkrete Entwürfe umzusetzen. Wir dürfen gespannt sein, welche Features die neue Boulderbar Seestadt bringen wird.

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