Mountain Wilderness Schweiz fordert Demontage von Gipfelwerbung


@Marco Volken

Mountain Wilderness Schweiz fordert Demontage von Gipfelwerbung

Quelle: Mountain Wilderness Schweiz

Werbung am Berg ist störend. Schlicht inakzeptabel sind dauerhafte Eingriffe wie die Metallstelen der Graubündner Kantonalbank auf 150 Berggipfeln. Sie degradieren Bergwildnis und damit wertvolle Erfahrungs- und Lebensräume. Mountain Wilderness fordert mit einer Petition deren Abbau.

Die Bergwelt dient schon immer als Werbesujet für unzählige Marken, Produkte und Dienstleistungen. Immer aufdringlicher wird die Werbung auf den Bergen. Die Beispiele reichen von temporären Projektionen von Firmenlogos auf Bergflanken bis hin zu dauerhaften Installationen. Ein noch junges und besonders stossendes Beispiel sind die 15 x 60 cm grossen Metallstelen mit aufgedrucktem QR-Code als Zugang zu digitalen Gipfelbüchern, welche die Graubündner Kantonalbank (GKB) anlässlich ihres 150. Jubiläums auf ebenso vielen Berggipfeln im Bündnerland installiert hat.

Nach Analyse von Mountain Wilderness Schweiz befinden sich 100 der 150 Metallstelen auf Gipfeln mit hoher Wildnisqualität. Das heisst, sie sind abgeschieden und kaum von menschlichen Einflüssen geprägt. Auf manche dieser Gipfel führt nicht einmal ein Weg. Solche letzten Räume der Schweiz müssen für authentische Wildniserfahrungen für diese und kommende Generationen erhalten bleiben. Der Aufforderung, die 100 Stelen noch dieses Jahr zu demontieren, will die GKB nach ersten Gesprächen nicht nachkommen. Erst 2023 soll eine nächste Beurteilung des Marketingprojektes vorgenommen werden, ein Rückbau ist nicht geplant.

«Werbung auf Gipfeln schadet der Landschaftsqualität und schmälert das Naturerlebnis», so Tim Marklowski, Projektleiter Bergsport bei Mountain Wilderness Schweiz. Mit einer Petition für werbefreie Gipfel fordert die Alpenschutzorganisation den Abbau der Stelen bis Ende 2021 von der GKB. «Das Jubiläumsjahr der Bank ist vorbei und somit spätestens jetzt die Legitimität dieser störenden Installationen. Wilde Gipfel sind keine Werbeflächen», sagt Marklowski.

Previous Stefano Ghisolfi's "Climbing Diary" - die Griffe in Bibliographie (9c) | VIDEO
Next Black Diamond Highlights Sommer 2022