ÜBER ALLE BERGE – Das Projekt WALLRIDE VON STEFAN GLOWACZ


@Moritz Attenberger

ÜBER ALLE BERGE – Das  Projekt WALLRIDE VON STEFAN GLOWACZ

46.184 Höhenmeter – 2.274 Kilometer – 2 Erstbegehungen

Die Zahlen können nur eine abstrakte, sehr vage Vorstellung von der unglaublichen Kraftanstrengung wiedergeben, die der Profiabenteurer Stefan Glowacz und sein Partner Philipp Hans während ihres diesjährigen WALLRIDE Projektes leisten mussten.

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Nach über zwei Monaten im Sattel und in der Wand kehrten die beiden Athleten am 30. August 2021 wieder wohlbehalten nach Berg am Starnberger See zurück. Dort startete am 25. Juni 2021 das CO2 neutrale Abenteuer: auf Mountainbikes, mit viel Muskelkraft und noch mehr Leidensfähigkeit. Das erste Ziel lag in den östlichen Ausläufern der Dolomiten, wo an der 800 Meter hohen Südostwand der Croda Bianca, einer 2.840 Meter hohen Felskathedrale in der Marmarolegruppe eine Erstbegehung gelang.

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Das zweite Ziel für Glowacz und Hans lag knapp 1000 Kilometer entfernt in den westlichsten Ausläufern der Alpen, am 2.709 Meter hohen Pic de Bure in den französischen Seealpen. Auch an diesem Berg kletterte das Duo eine Erstbegehung in der 700 Meter hohen Ostwand. Beide Routen, die sie „Wallride Vol.1“ und „Wallride Vol.2“ tauften, bewegen sich im 8. und oberen 8. Schwierigkeitsgrad.  Beide Routen wurden mit jeweils einem Biwak in der Wand im Alpinstil geklettert.

Der Weg ab der Haustür in Berg / Starnberger See und retour führte von Ost nach West über den gesamten Alpenhauptkamm. Dabei benutzten die beiden Profisportler ausschließlich Mountainbikes (ohne Elektrounterstützung). Die insgesamt 35 Kilogramm schwere Ausrüstung wurde aus eigener Kraft in speziell dafür konstruierten Anhängern transportiert. Auf ihrem Ritt durch die Alpen nutzten Glowacz und Hans nicht etwa Landstraßen die Täler verbinden, sondern folgte alten Versorgungswege bzw. Trails, die sie über unzählige Bergpässe führten. Die außergewöhnliche Strecke, die Art der Fortbewegung – 2.274 Kilometer, über 46.000 Höhenmeter aus eigener Kraft – waren beim Projekt WALLRIDE ebenso das Ziel wie die Erstbegehungen selbst.

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Für Stefan Glowacz spielen der Verzicht und die Reduzierung von motorisierten Transportmitteln bei seinen Expeditionen seit vielen Jahren eine zentrale Rolle. 2018 und 2019 segelten Glowacz und Hans mit einer 14 Meter langen Stahlyacht nach Grönland, um die größte Insel der Welt von der West- zur Ostküste an ihrer breitesten Stelle zu überqueren und final eine Big Wall – Erstbegehung im Scoresbysund zu klettern.

Stefan Glowacz zum WALLRIDE Projekt:

„Bereits 2018 auf der Eiskappe von Grönland hatten Philipp Hans und ich die Idee für das WALLRIDE Projekt als logische Konsequenz und Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsansatzes bei unseren Abenteuern und Expeditionen. Auch früher reisten Kletterer ja mit Fahrrädern an die großen Wände der Alpen. Notgedrungen, da ihnen keine anderen Transportmöglichkeiten zur Verfügung standen. Unser WALLRIDE Projekt war natürlich durch die Historie inspiriert, aber in der Konsequenz und Dimension doch neu interpretiert und damit einzigartig. Beim WALLRIDE Abenteuer kombinierten wir zwei unterschiedliche Sportarten – Mountainbiken und Klettern – auf höchstem Niveau. 

Ich bin davon überzeugt, dass es bei der Suche nach reizvollen Abenteuern bzw. großen Herausforderungen im Klettersport nicht nur für mich, sondern auch für künftigen Generationen nicht weiter um die Aspekte „schneller, höher, weiter“ gehen sollte. Sondern vor allem um Nachhaltigkeit und Kreativität bei allen Unternehmungen. Das Projekt WALLRIDE ist für mich persönlich ein Beispiel wie Alpinismus in Zukunft aussehen könnte.“

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