Jakob Schubert wiederholt Chris Sharmas Alasha


@Sebastian Marko/Alpsolut

Jakob Schubert wiederholt Chris Sharmas Alasha

Jakob Schubert zeigte keine Ermüdungserscheinungen nach der langen Wettkampfsaison, die ihm die Bronzemedaille in Tokio und den Weltmeistertitel einbrachte. Seine jüngste Begehung und erste Wiederholung von Chris Sharmas “Alasha” auf Mallorca – eine der anspruchsvollsten DWS Routen der Welt – unterstreicht einmal mehr die Top-Form des 30-Jährigen. 

Auf dem Weg zur Verleihung von Österreichs Sportler des Jahres” in Wien, wo der vierfache Weltmeister zumindest unter den Top 3 zu finden ist, nahm sich Jakob ein paar Minuten Zeit, um einige Details über seine Begehung von Alasha” zu erzählen.

Gratulation Jakob zur ersten Wiederholung von ‘Alasha’. Wie war es?
Es war eine großartige Erfahrung! Ich war bisher nur einmal auf Mallorca, aber das war ein Urlaub mit meiner Freundin, wo ich nur eine 7c geklettert bin. Dies ist also mein erster richtiger Deep Water Soloing Trip im Alleingang, und ich habe einen Riesenspaß dabei. So hoch über dem Meer zu klettern, gibt mir ein ganz neues Gefühl von Aufregung.

@Sebastian Marko/Alpsolut

Was gibt’s zu sagen über ‘Alasha’?
Was für eine Linie, was für eine Route! Die Felsqualität ist einfach unglaublich, und das Boulderproblem hat einige der coolsten Griffe! Die Route beginnt mit 10 Metern 7c-Kletterei, bevor man in den Crux-Bereich einsteigt, der etwa 15 Meter über dem Meer fb8a sein könnte. Das Wissen, dass es seit der Erstbegehung durch Chris Sharma vor 6 Jahren noch niemand geschafft hat, hat die Sache noch interessanter gemacht.
 
Wie sah der Ablauf aus?
Als wir ankamen, wollte ich mir ‘Alasha’ bald ansehen, da es hieß, dass die Klettersaison an der Nordküste früher zu Ende geht als im Süden. Nach einer ersten Session an den ruhigeren Spots wie Cala Varques fuhren wir also nach Soller, wo wir das Glück hatten, eine Motorboottour mit Sebastian von Rock and Water Mallorca machen zu können, der uns die Gegend zeigte und uns einen ersten Eindruck von der Nordküste vermittelte.
 
Ihr seid noch nicht lange auf der Insel. Es fühlt sich an, als hätte die Wiederholung schnell geklappt.
Ja. Ich bin zweimal vom Boden aus in die Crux geklettert, bevor ich die Züge vom Seil aus ausprobiert habe. Ich hatte das Glück, Jernej Kruder dabei zu haben, der alles im gecheckt hatte und auch die Lösungen weitergab. Es gelang mir, Alasha” beim nächsten Versuch zu klettern (4. Versuch).

@Sebastian Marko/Alpsolut

 
Jernej hatte ‘Alasha’ bereits nach seiner Wiederholung von ‘Es Pontas’ versucht, wie nah ist er am Durchstieg?
Sein Versuch vor meiner Begehung war tatsächlich sehr knapp. Ich hoffe, dass die Bedingungen so bleiben, wie sie sind, damit er es zu Ende bringen kann.
 
Wie sieht es mit dem Schwierigkeitsgrad aus? Bestätigst Du, was festgelegt wurde?
Wenn ich mich richtig erinnere, hat Chris nie einen Schwierigkeitsgrad für Alasha” oder Es Pontas” angegeben, sondern er hat den Prozess mit einigen seiner schwersten Sportklettereien verglichen, und so sind die Zahlen in die Medien gelangt. Vor allem denke ich, dass Sportklettergrade nicht ideal für Soloklettereien über tiefen Gewässern sind, vor allem nicht für die schwierigen und hohen, bei denen mehr Faktoren ins Spiel kommen als nur die Fähigkeit, hart zu klettern. Selbst wenn man sich ein paar Sequenzen am Seil anschaut, ist das ganze Unterfangen immer noch ganz anders als beim Sportklettern, wo man alle Möglichkeiten hat, Züge oder Sequenzen unzählige Male zu üben oder einzustudieren, ohne dass es zu großen Stürzen ins Meer kommen kann.
Was ich sagen kann, ist, dass ich mich während des Durchstieges von ‘Alasha’ körperlich wie beim Klettern im Bereich 8c+ fühlte. Auch in Anbetracht des Einsatzes und des Angstfaktors erscheint mir die Bezeichnung 9a angemessen. Aber der Schwerpunkt einer solchen Kletterei ist etwas anderes, wenn man einfach nur harte Sachen klettern will, muss man woanders hingehen. Nach dieser Wettkampfsaison mit Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften war ich hungrig nach Abenteuern und Erfahrungen im Freien. Davon habe ich hier reichlich.
 
Hast Du auch ‘Es Pontas’ ausprobiert?
Ja, ich habe schon ein paar Mal dort trainiert. Das Gelände ist genauso atemberaubend, wie es auf den Videos da draußen aussieht. Ich fühle mich gut in der Route, aber für den Durchstieg hat es noch nicht gereicht.
 
Warst du neben Soller und Cala Santany auch schon an anderen Kletterspots auf Mallorca?
Auf jeden Fall! Ich bin nicht nur wegen der schweren Routen hier, sondern um die volle DWS-Erfahrung zu machen. Deshalb bin ich schon in allen bekannten Gebieten wie Cova del Diablo, Cala sa Nau, Cala Varques und anderen geklettert. Mallorca ist einfach großartig!
 
Was hast du für den Rest deines Aufenthalts auf der Insel geplant?
Ich möchte noch ein paar der Klassiker wie ‘Hupolup Kempf’ in Cala sa Nau klettern, wenn möglich noch ein paar neuere Linien in Soller und natürlich ist das größte Projekt, das noch aussteht, ‘Es Pontas’, bei dem sich alles um die Frage dreht, ob ich es schaffen kann oder nicht…
 
Letzte Frage: Gibt es Filmmaterial von der Besteigung von ‘Alasha’?
Ja, das gibt es! Ich hatte ein Filmteam dabei, und ich kann nicht sagen, wann, aber es wird etwas Cooles auf meinem YouTube-Kanal zu sehen sein. Also, haltet die Augen offen!

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