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Erste Winterbegehung der 3 Nordpfeiler am Piz Palü

Winterbegehung der 3 Nordpfeiler an einem Tag

Am 8. März gelang den Alpinisten Philipp Brugger und Lukas Waldner eine eindrucksvolle Premiere in den Schweizer Alpen: die erste Winterbegehung der drei Nordpfeiler am Piz Palü (Ostpfeiler, Bumillerpfeiler und Spinaspfeiler) an einem Tag. Die beiden kletterten die drei Pfeiler hintereinander und brauchten vom ersten Zug am Ostpfeiler bis zum Ausstieg am Spinaspfeiler 8 Stunden und 59 Minuten.

Während alle drei Routen im Sommer zu den alpinen Klassikern zählen – insbesondere der Ost- und der Bumillerpfeiler – zeigt sich der Piz Palü im Winter in einem völlig anderen Bild. Niedrigere Temperaturen, verschneite Griffe, anspruchsvolles Eis und kombiniertes Gelände sowie die Notwendigkeit, die gesamte Route mit Steigeisen zu klettern, machen jeden Pfeiler zu einer echten Herausforderung.

„Für mich ist der Piz Palü einer der schönsten Berge der Alpen“, sagt Brugger. „Die Pfeiler reihen sich perfekt aneinander. Es war ein Projekt, das sich aus der Ästhetik ergeben hat – und im Winter hatte das noch niemand gemacht.“


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GUTE BEDINGUNGEN FÜR DIE WINTERBEGEHUNG AM PIZ PALÜ

Brugger und Waldner fanden für den Winter gute Bedingungen vor: Der Wind hatte Teile der Wände freigeblasen, sodass weniger Schnee auf den Griffen lag und sie effizienter klettern konnten.

Im Winteralpinismus am Piz Palü ist man ständig gefordert: Griffe müssen freigelegt, kombiniertes Gelände mit Steigeisen bewältigt und ein gleichmäßiges Tempo trotz Minusgraden gehalten werden.

„Mental hat alles gepasst“, sagt Waldner. „Wir waren voll motiviert für das Projekt, und alles lief wie am Schnürchen.“


EIN STARKES TEAM FÜR DIE NORDPFEILER-TRILOGIE

Ein Schlüssel zum Erfolg war die Effizienz der Seilschaft. Beide Alpinisten sind es gewohnt, lange und anspruchsvolle Routen in hohem Tempo zu klettern – etwa die Eiger-Nordwand oder Winterbegehungen am Matterhorn.

Diese Erfahrung half ihnen, die Winterbegehung der Nordpfeiler am Piz Palü präzise zu planen und konsequent umzusetzen.

„Wir wussten genau, was wir tun“, sagt Brugger. „Als Seilschaft funktionieren wir extrem gut.“


DER BUMILLERPFEILER ALS MENTALE SCHLÜSSELSTELLE

Unter den drei Pfeilern gilt der Bumillerpfeiler als mentaler Schlüssel. Steiles Eis und lange kombinierte Passagen fordern früh volle Konzentration und Entscheidungsstärke.

Die Vorbereitung spielte eine entscheidende Rolle: Brugger und Waldner hatten den Bumiller bereits im Dezember geklettert und konnten so wertvolle Erkenntnisse für die Winterbegehung am Piz Palü sammeln.

Piz Palü Nordpfeiler
Piz Palü Nordpfeiler

boa logo
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LEICHT UNTERWEGS: AUSRÜSTUNG MIT BOA® FIT SYSTEM

Die beiden entschieden sich für eine besonders leichte Ausrüstung – ein entscheidender Faktor für schnelle Winterbegehungen.

Zum Einsatz kam unter anderem der La Sportiva G-Tech, ein ultraleichter technischer Bergschuh mit BOA® Fit System, der im Mixed-Gelände präzise reagiert.

Zusätzlich nutzten sie den Millet Trilogy Sky 25, einen minimalistischen Alpinrucksack, ebenfalls mit integriertem BOA® Fit System zur schnellen Kompression und Stabilisierung.

Das BOA® Fit System spielte dabei eine zentrale Rolle in Schuh und Rucksack:

  • schnelle Anpassung
  • präziser Sitz
  • effiziente Kraftübertragung

„Wenn du das BOA® Fit System am Stand schnell öffnen und wieder festziehen kannst, macht das performancemäßig einen großen Unterschied“, sagt Brugger.

BOA Verschlusssystem La Sportiva
BOA Verschlusssystem La Sportiva

EIN WINTERTAG AM PIZ PALÜ, DER IN ERINNERUNG BLEIBT

Der Aufstieg verlief ohne Rückschläge, ohne Zweifel und ohne Zeitdruck – eine seltene Kombination im Winteralpinismus.

„Jeden der drei Pfeiler oben zu erreichen war wie ein kleines Etappenziel“, sagt Waldner.

Mit dieser Leistung schreiben Brugger und Waldner ein weiteres Kapitel im Alpinismus: Die erste Winterbegehung der Nordpfeiler am Piz Palü ist eine logische und elegante Trilogie – erstmals im Winter vollendet.

Piz Palü
Piz Palü

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