Klettern

Jakob Schubert gelingt historische Wiederholung von DNA (9c)

Jakob Schubert hat in der französischen Verdonschlucht einen Meilenstein im Sportklettern erreicht: Mit der erfolgreichen Wiederholung von DNA (9c) ist dem Innsbrucker als erstem Kletterer weltweit der Durchstieg von zwei Routen im bislang höchsten Schwierigkeitsgrad 9c gelungen. Gleichzeitig ist er der erste Athlet, der eine Route dieses Grades wiederholen konnte.

Der Durchstieg ist das Ergebnis eines intensiven Trainings- und Lernprozesses. Neun Versuche benötigte der 35-Jährige, um die rund 50 Meter lange Route mit ihren gut 120 Kletterzügen ohne Unterbrechung zu bewältigen. Der entscheidende Durchstieg am Samstagnachmittag wurde ebenso wie die vorangegangenen Versuche live auf YouTube übertragen.

Für Schubert ist der Erfolg weit mehr als eine weitere außergewöhnliche Leistung in seiner Karriere. Er selbst stuft DNA sogar als die schwierigste Route ein, die er bislang geklettert ist.

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Jakob Schubert über den Durchstieg von DNA (9c)

Der sechsfache Weltmeister und zweifache Olympiamedaillengewinner ordnet den Erfolg ganz oben in seiner persönlichen Karriere ein. Besonders stolz macht ihn, als erster Kletterer zwei Routen im Schwierigkeitsgrad 9c bewältigt und damit eine Route dieses Grades erstmals wiederholt zu haben.

„Der Durchstieg von der DNA bedeutet mir natürlich unglaublich viel“, erklärt Schubert. „Es ist schwer, so eine Leistung im Vergleich zu den Olympiamedaillen oder WM-Titeln einzuordnen, aber sie ist auf jeden Fall ganz oben bei meinen Erfolgen anzuordnen und etwas, auf das ich unglaublich stolz bin.“

Ein langer Lernprozess bis zum Durchstieg

Der Weg zum Erfolg war alles andere als selbstverständlich. Zu Beginn seiner Arbeit an DNA sah Schubert nach eigenen Angaben kaum eine Chance auf einen Durchstieg. Die Route verlangte ihm neue Bewegungsabläufe und eine deutliche Weiterentwicklung seiner Klettertechnik ab.

Besonders die zahlreichen Details machten die Herausforderung aus. Dazu gehörten unter anderem Knieklemmer, für die Schubert seine Technik verbessern und sich Schritt für Schritt an die Anforderungen der Route herantasten musste.

„Auch auf mich selber bin ich sehr stolz, weil die Route ein ganz spezieller Prozess war. Zu Beginn habe ich überhaupt kein Licht gesehen, habe extrem viel an meinem Kletterkönnen dazulernen müssen“, sagt der Tiroler.

Im direkten Vergleich mit seiner ersten 9c-Route B.I.G. in Norwegen empfand Schubert DNA sogar als die größere Herausforderung. Während ihm B.I.G. persönlich mehr entgegengekommen sei, habe er sich bei DNA stärker steigern müssen.

„Für mich ist DNA die schwerste Route, weil sie mir um einiges weniger entgegenkommt als die B.I.G. Somit ist der Durchstieg einer der größten Erfolge meiner Karriere.“

DNA (9c): Die erste Wiederholung einer Route im höchsten Schwierigkeitsgrad

Mit dem Durchstieg von DNA setzt Schubert seine persönliche Geschichte im Schwierigkeitsgrad 9c fort. Im September 2023 gelang ihm in Flatanger in Norwegen mit B.I.G. seine erste Route in diesem Grad. Diese hatte er selbst erstbegangen.

Bei DNA stand er nun vor einer anderen Aufgabe: Statt eine neue Linie erstmals erfolgreich zu klettern, musste er eine bereits erschlossene Route wiederholen, deren extreme Schwierigkeiten durch die Erstbegehung dokumentiert waren.

Die Route in der Verdonschlucht wurde 2022 vom Franzosen Sébastien Bouin erstbegangen. Nach rund 150 Tagen Arbeit und etwa 250 Versuchen gelang ihm damals der Durchstieg. Mit Schuberts Leistung ist DNA nun die erste Route im Schwierigkeitsgrad 9c, die erfolgreich wiederholt wurde.

Weltweit waren bislang fünf Routen in diesem Schwierigkeitsgrad bekannt, die von fünf verschiedenen Kletterern erstbegangen wurden. Mit der Wiederholung von DNA ist Schubert der erste Kletterer, der zwei Routen dieses Grades erfolgreich durchstiegen hat.

Klettergeschichte live auf YouTube

Nicht nur das sportliche Ergebnis macht den Durchstieg besonders. Auch die Liveübertragung der Versuche verlieh dem Projekt eine zusätzliche Dimension. Die Klettercommunity konnte Schuberts Fortschritte unmittelbar verfolgen und den entscheidenden Moment live miterleben.

Der Innsbrucker sieht die Übertragung durchaus als zusätzliche mentale Herausforderung. Gleichzeitig machte sie den Erfolg für ihn zu einem besonderen Erlebnis.

„Enorm stolz bin ich auch, dass wir die Versuche live gestreamt haben. Das ist immer irgendwie noch ein mentaler Bonus-Stress, aber macht es gleichzeitig nochmal zu einem spezielleren Erfolg und Erlebnis, weil es einfach so geil war, dass so viele Leute live dabei waren.“

Besonders die Reaktionen der Zuschauer bedeuten ihm viel. Dass der Durchstieg in der Klettercommunity eine derart große Resonanz auslöste, sei für ihn eine zusätzliche Bestätigung und ein Grund zur Freude.

Wie geht es bei den 9c-Routen weiter?

Während Schubert in Frankreich an DNA arbeitete, liefen auch in Flatanger Versuche an einer weiteren Route dieses Schwierigkeitsgrades. Der Brite Will Bosi und der Italiener Stefano Ghisolfi versuchten sich dort an Silence, der von Adam Ondra erstbegangenen Route.

Mit Schuberts Wiederholung von DNA ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Ob weitere Wiederholungen der extrem anspruchsvollen 9c-Routen folgen und wie sich die Leistungsgrenzen im Sportklettern weiter verschieben, bleibt eine der spannenden Fragen der kommenden Zeit.

DNA (9c): Alle Versuche von Jakob Schubert im Video

Wer den Weg zum historischen Durchstieg noch einmal nachvollziehen möchte, kann die Versuche inklusive des erfolgreichen Durchstiegs auf dem YouTube-Kanal von Jakob Schubert ansehen.

Alle Versuche und den Durchstieg von DNA auf YouTube ansehen

Mammut

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