Peter Habeler erhält den Piolets d’Or Lifetime Achievement Award

Der österreichische Ausnahmealpinist Peter Habeler wird 2026 mit dem Walter Bonatti – Piolets d’Or Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Die Piolets d’Or würdigen progressiven Alpinismus, Klettern im alpinen Stil, Eigenständigkeit und die Philosophie, mit möglichst wenig möglichst viel zu erreichen. Peter Habeler verkörpert diese Werte wie kaum ein anderer.
Die Auszeichnung wird im Rahmen der 18. Ausgabe der Piolets d’Or vom 21. bis 25. Oktober 2026 in Oisans-Vénéon in Frankreich verliehen. Damit kehrt die Veranstaltung zehn Jahre nach der Ausgabe von 2016 nach Oisans zurück. Austragungsort ist diesmal Saint-Christophe-en-Oisans.
„Der Berg war immer mein Freund, niemals mein Feind.“
Peter Habeler: Eine prägende Karriere im Alpinismus
Peter Habeler wurde 1942 in Mayrhofen im Zillertal geboren. Schon als Kind entdeckte er die Berge und erlernte früh die Grundlagen des Bergsteigens. 1965 wurde er Bergführer und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten österreichischen Alpinisten seiner Generation.
Zu seinen frühen Meilensteinen zählen anspruchsvolle Erstbegehungen und Wiederholungen in den Alpen, darunter Routen an der Reichenspitze, in den Dolomiten sowie am Mont Blanc.
Zusammenarbeit mit Reinhold Messner
Eine entscheidende Rolle in Habelers Karriere spielte die Partnerschaft mit Reinhold Messner. Gemeinsam prägten die beiden eine neue Generation des Alpinismus. Ihr Ansatz: schnell, leicht und möglichst unabhängig unterwegs sein.
1974 sorgten Habeler und Messner mit einer schnellen Begehung der Eiger-Nordwand für Aufsehen. Sie bewältigten die Route in rund zehn Stunden und setzten damit neue Maßstäbe im alpinen Klettern.
Gasherbrum I: Alpinismus auf 8.000 Metern
1975 übertrugen Habeler und Messner ihre „Fast and Light“-Philosophie auf den Himalaya. Gemeinsam gelang ihnen die erste alpine Besteigung eines 8.000ers: Gasherbrum I (Hidden Peak, 8.080 Meter).
Die beiden verzichteten auf umfangreiche Ausrüstung und bewegten sich weitgehend selbstständig am Berg. Die Besteigung wurde zu einem Meilenstein für den modernen Höhenalpinismus.
Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff
Drei Jahre später folgte Habelers berühmtester Erfolg: Gemeinsam mit Reinhold Messner bestieg er 1978 den Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff.
Damit erreichten sie als erste Menschen den höchsten Berg der Erde ohne künstliche Sauerstoffzufuhr. Die Expedition gilt bis heute als eine der bedeutendsten Leistungen in der Geschichte des Alpinismus.
Habeler entschied sich anschließend gegen weitere Besteigungen der 8.000er mit Messner und widmete sich stärker seiner Familie sowie seiner Skischule im Zillertal.
Weitere große Expeditionen im Himalaya
Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb Peter Habeler den höchsten Bergen der Welt verbunden. In den 1980er-Jahren bestieg er unter anderem Nanga Parbat (1985) und Cho Oyu (1986).
Besonders prägend war die Besteigung der Kangchenjunga-Nordwand 1988 gemeinsam mit Carlos Buhler und Martín Zabaleta. Trotz eines schweren Wettersturms und extremer Bedingungen gelang dem Team die Rückkehr aus der Gipfelregion.
Für Habeler zählt diese Expedition zu den emotionalsten Momenten seiner Karriere.
Mit 75 Jahren zurück an der Eiger-Nordwand
2017 kehrte Habeler gemeinsam mit dem jungen österreichischen Alpinisten David Lama an die Eiger-Nordwand zurück. Im Alter von fast 75 Jahren bewältigte er die Route erneut innerhalb eines Tages.
Peter Habeler und die Leidenschaft für die Berge
Auch heute ist Peter Habeler eng mit seiner Heimat Mayrhofen verbunden. Bergsteigen und Skifahren gehören weiterhin zu seinem Alltag.
Seine Haltung zum Alpinismus hat sich dabei kaum verändert: Die Berge stehen für Freiheit, Herausforderung und persönliche Verantwortung.
Mit dem Piolets d’Or Lifetime Achievement Award 2026 wird eine außergewöhnliche Karriere gewürdigt, die den modernen Alpinismus nachhaltig geprägt hat.






