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Will Bosi eröffnet mit „Por do Sol“ (8C+) den härtesten Boulder Portugals

Der schottische Ausnahmeboulderer Will Bosi startet mit einem echten Ausrufezeichen ins Jahr 2026. In Sintra nahe Lissabon gelingt dem 27-jährigen aus Edinburgh die Erstbegehung von „Por do Sol“ (8C+/V16) – dem bislang schwierigsten Boulderproblem Portugals.

„Por do Sol“ – ein extremes Boulderproblem

Der Boulder „Por do Sol“ zieht sich diagonal über einen leicht überhängenden Granitblock, der auf den ersten Blick nahezu strukturlos wirkt. Nur eine minimale Anzahl an Griffen macht den Durchstieg überhaupt möglich.

Will Bosi benötigte drei Reisen nach Portugal, um das Projekt erfolgreich abzuschließen. Nach eigener Einschätzung ist es der schwierigste Boulder, den er bislang in dieser Region geklettert ist.

Will Bosi über die Erstbegehung

„Dieser Boulder gehört definitiv zu meinen drei absoluten Lieblingsbouldern! Er wirkt riesig und extrem kahl. Dass es genau die richtige Anzahl an Strukturen gibt, um ihn klettern zu können, ist wirklich überraschend.“

Besonders hervor hebt Bosi die außergewöhnliche Bewegungsfolge:

„Die Sequenz ist einfach verrückt – viele einzigartige Züge führen zu einem irren Double-Clutch-Crux im Wettkampfstil. Der einzige Nachteil sind die extrem scharfen Griffe, weshalb die Sessions immer recht kurz sein mussten. Jede Session an diesem Block mit meinem guten Freund Chris war unglaublich spaßig und unvergesslich.“

Schwierigkeitsgrad 8C+ – neuer Maßstab in Portugal

Mit der vorgeschlagenen Bewertung 8C+/V16 setzt „Por do Sol“ einen neuen Maßstab für das Bouldern in Portugal. Zuvor wurden bereits mehrere Boulder mit 8C bewertet, darunter „El Dorado Sit“ (8C/V15), den Will Bosi im vergangenen Jahr erstbeging.

Zur Bewertung erklärt Bosi:

„Bewerten ist immer schwierig, aber diese Linie fühlte sich deutlich härter an als alle anderen Linien, die ich in Portugal oder in ähnlichem Stil anderswo geklettert bin. Deshalb erscheint mir 8C+ passend. Der einzigartige Bewegungsstil und die flache Wandneigung machen die Bewertung jedoch nicht einfach.“

Weitere schwere Erstbegehungen in Sintra

Neben „Por do Sol“ war Will Bosi in Sintra äußerst aktiv und erschloss weitere schwere Boulderprobleme:

  • „T-Rex“ (8B/V14) – Flash

  • „The Navigator“ (8B/V14) – Flash

  • „Tornado“ (8A+)

  • „Relâmpago“ (8A+)

Damit zählt der Trip zu den produktivsten Boulderaufenthalten des Schotten.

Ausblick auf 2026: Fokus auf „Silence“ (9c)

Mit Blick auf das Jahr 2026 richtet Will Bosi seinen Fokus auf eines der größten Projekte im Sportklettern:

„Dieses Jahr möchte ich mich voll auf Silence (9c in Norwegen) konzentrieren und versuchen, gleich zu Saisonbeginn nach Flatanger zurückzukehren.“

Bis dahin stehen Training und lokale Projekte in Schottland im Vordergrund. Zusätzlich möchte Bosi – wenn es die Zeit erlaubt – erneut „Terranova“ im Mährischen Karst (Tschechien) versuchen.

Photocredits: @Teresa_Coimbra_Climbs

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