Top News

Yannick Flohé klettert Excalibur 9b+ in Arco

Yannick Flohé gelingt Wiederholung von Excalibur 9b+

Der deutsche Spitzenkletterer Yannick Flohé hat die extrem schwere Sportkletterroute Excalibur (9b+) in Arco, Italien, erfolgreich wiederholt. Die Route gilt als eine der anspruchsvollsten Sportkletterrouten der Welt.

Excalibur wurde erstmals 2023 von Stefano Ghisolfi begangen. Die Linie verläuft über eine steile 40-Grad-Wand mit äußerst wenigen und schlechten Griffen. Trotz zahlreicher Versuche internationaler Topkletterer gab es bis Anfang 2025 lediglich zwei Wiederholungen:
Will Bosi sowie Brooke Raboutou, die die erste Frauenbegehung schaffte.


Neunzehn Sessions bis zum Erfolg

Bedingungen, Haut und Geduld als Schlüsselfaktoren

Excalibur ist stark bedingungenabhängig. Yannick Flohé arbeitete insgesamt 19 Sessions an der Route, um jede Sequenz zu perfektionieren. Der entscheidende Durchstieg gelang ihm kurz vor Weihnachten 2025.

Besonders herausfordernd waren die letzten beiden Züge der Route – vor allem ein extrem kleiner Zweifingerlochgriff, in den er gerade noch Mittel- und Zeigefinger unter maximaler Spannung setzen konnte. Dieser Zug war so heikel, dass er dort mindestens zwanzigmal stürzte. Ohne perfekte Ausführung wurde auch der letzte Zug unmöglich, an dem er weitere zwölf Male scheiterte.

Yannick Flohé über sein Projekt Excalibur

„Mit Excalibur habe ich mein zweites und letztes offenes Lead-Projekt des Jahres abgeschlossen.

Mein Ziel für 2025 war es, Rastaman Vibrations und Excalibur zu klettern. Rastaman Vibrations hatte ich bereits 2024 begonnen und im August 2025 erfolgreich geklettert.

Excalibur probierte ich erstmals im März 2025. Schon beim ersten Versuch vom Boden aus kam ich bis zur letzten Schlüsselstelle. Der untere Teil der Route liegt mir sehr gut, und ich bin dort fast nie gefallen.

Über die 19 Sessions hinweg waren Haut, Geduld und Bedingungen entscheidend. Teilweise verletzte ich mir die Haut direkt beim ersten Versuch und musste mehrere Tage pausieren – nur um den gleichen Riss am Finger wieder zu öffnen.

Der Prozess war frustrierend, mit hohen Erwartungen am Anfang und großen Rückschlägen. Am Ende war mir der Durchstieg fast egal. Ich kam einfach immer wieder zurück, machte zwei oder drei Versuche und ging erneut nach Hause.

Irgendwann hielt ich den letzten Zug mit minimaler Reserve – und war selbst überrascht, dass es geklappt hat 😅

Für mein nächstes Projekt wähle ich definitiv eine lange Route mit bequemen Griffen!“


Bedeutung der Begehung

Mit dieser Wiederholung reiht sich Yannick Flohé endgültig in den kleinen Kreis der weltbesten Sportkletterer ein, die eine Route im Schwierigkeitsgrad 9b+ meistern konnten. Excalibur bestätigt einmal mehr seinen Status als absolute Referenzroute im modernen Sportklettern.

Verwandte Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"