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Ines Papert gelingen vier Erstbegehungen in Norwegen

Ein verborgenes Paradies für alpine Abenteuer

Vier neue Routen, vier echte Erstbegehungen – und jede einzelne ein ernsthaftes alpines Abenteuer. In Norwegen gelangen Ines Papert und ihren Partnern im Winter 2026 gleich mehrere anspruchsvolle Mixed- und Eislinien in der wilden Landschaft von Sunndalen und Eikesdal.

Alle vier Routen wurden sauber und frei geklettert. Lange, anspruchsvolle Abstiege durch abgelegenes Gelände machten jede Tour zu einer kompletten alpinen Unternehmung.

Möglich wurde dieses Projekt vor allem durch die Unterstützung lokaler Kletterer. Gemeinsam verbrachten sie Tage damit, mit Ferngläsern und Karten die steilen Wände zu studieren, mögliche Abstiege zu planen und Eislinien zu verfolgen. Dabei zeigte sich Sunndalen als verborgenes Paradies – ruhig, dramatisch und voller unerschlossener Möglichkeiten.

Die Fähigkeit, Linien in der Wand zu sehen

Jahrelange Erfahrung hat den Blick von Ines Papert geschärft. Wo andere nur eine chaotische Felswand sehen, erkennt sie mögliche Linien und Bewegungen.

Doch Potenzial zu sehen ist nur der erste Schritt. Der schwierigere Teil ist der Mut, es tatsächlich zu versuchen. Und Erstbegehungen gelingen nicht immer beim ersten Anlauf.

Fleeting Glory Topo
Fleeting Glory Topo

Fleeting Glory – 750 Meter neue Mixedroute

Erstbegehung am Hovsnebba

  • Route: Fleeting Glory

  • Länge: 750 Meter

  • Schwierigkeit: M7+, WI6+

  • Ort: Hovsnebba Südwand, Sunndalsøra

  • Team: Ines Papert, Torje Stenkjær

  • Datum: 15.02.2026

Diese lange und anspruchsvolle Linie führt durch steiles Mixedgelände mit schwierigen Eispassagen. Die Route verlangt Ausdauer, präzise Sicherungstechnik und einen langen Abstieg durch alpines Gelände.

Ines Pappert Gjølatappen Topo
Ines Pappert Gjølatappen Topo

Gjølatappen – spektakuläres Eis über dem Tal

Surreales Klettern zwischen Eiszapfen

  • Route: Gjølatappen

  • Länge: 350 Meter

  • Schwierigkeit: M8, WI6

  • Ort: Nordwestwand der Gjøla, Litldalen bei Sunndalsøra

  • Team: Eivind Hugaas, Torje Stenkjær, Ines Papert

  • Datum: 11.02.2026

Diese Linie war die auffälligste der gesamten Expedition. Hoch über dem Tal führte sie durch riesige hängende Eiszapfen. Hinter den gefrorenen Vorhängen verbargen sich immer wieder Risse im Fels, die überraschend gute Sicherungsmöglichkeiten boten.

Für eine komplett freie Begehung brauchte es allerdings zwei Versuche – ein typisches Beispiel dafür, wie viel Geduld und Ausdauer bei Erstbegehungen nötig sind.

Ines Papert Topo Is Kaffe
Ines Papert Topo Is Kaffe

Iskafe – steiles Eis am Kaffiberget

Klassische Eislinie in Eikesdal

  • Route: Iskafe

  • Länge: 350 Meter

  • Schwierigkeit: M5, WI6/6+

  • Ort: Kaffiberget, Eikesdal

  • Team: Dåg Jørund Vik, Odd T. Sæbø, Ines Papert

  • Datum: 30.01.2026

Iskafe bietet steiles, technisches Eisklettern mit Mixedpassagen und verlangt solide Erfahrung im alpinen Gelände.

Ines Papert Topo Orions Belte
Ines Papert Topo Orions Belte

Orion’s Belte – eine 1000-Meter-Alpinroute

Lange Linie an der Westwand des Middagshaugen

  • Route: Orion’s Belte

  • Länge: 1000 Meter

  • Schwierigkeit: M4+, WI5

  • Ort: Westwand des Middagshaugen, Eikesdal

  • Team: Dåg Jørund Vik, Odd T. Sæbø, Ines Papert

  • Datum: 01.02.2026

Mit rund 1000 Metern Länge ist Orion’s Belte die größte Route der Serie. Die Linie kombiniert lange Eispassagen mit moderatem Mixedgelände und verlangt vor allem Durchhaltevermögen.

Nächtliche Aufstiege und unerwartete Aufmerksamkeit

Alle vier Erstbegehungen begannen in völliger Dunkelheit und endeten erst spät in der Nacht.

Eine der Routen sorgte sogar für Aufregung im Tal. Als Bewohner sahen, wie sich das Team an einer bislang ungekletterten Wand bewegte, machten sie sich Sorgen und verständigten Polizei und Bergrettung.

Später stellte sich heraus, dass ein Freund bereits Entwarnung gegeben hatte und keine Hilfe benötigt wurde.

Vision, Erfahrung und Mut

Diese vier Erstbegehungen zeigen, was möglich ist, wenn Erfahrung, Vision und starke lokale Partnerschaften zusammenkommen. Sunndalen und Eikesdal haben sich als Regionen mit enormem Potenzial für neue Mixed- und Eisrouten erwiesen.

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis:

Wer etwas erreichen möchte, muss es versuchen.

Empfohlene Ausrüstung

  • 1 Satz Totem Cams (plus zusätzliche kleine Größen)

  • 10 Eisschrauben inklusive 7 cm

  • 1 Satz Klemmkeile

  • 2 Peckers

  • 2 Felshaken

  • Alpine Expressschlingen

  • Einfachseil 60 m

  • Tagline 60 m

Reiseinfos

Unterkunft

Sunndalsfjord Cottages in Fredsvik nahe Sunndalsøra.

Anreise

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Trondheim, Molde oder Oslo.

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